Das Tagebuch von Thisdan Glimmerdiek

  • Das hier sind die Tagebücher meines DSA Charakters Thisdan Glimmerdiek, einem garethischen Einbrecher, der im Moment mit einem Weissmagier, einem Zwerg und einem Thorwaler (Darwin, BonJovi und Mantis) die Lande Aventuriens durchreist ...... Damit ich mir die Mühe mit dem Schreiben nicht nur für 4 Leute mache, hab ich das ganze auch mal hier rein kopiert ;)
    Viel Spaß beim Lesen, wer Fluffkenntnisfehler findet, darf sie behalten. :P


    Wenn ich von Stefan ein Jahr bekommen sollte, in dem wir spielen, kommen über die Tagebucheinträge auch Daten, die dazu in Relation stehen.
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    (Datum im Alter von ca. 6 Jahren)


    Ich habe heute Vater zu einem seiner Marktstände begleitet. Er will, dass ich später einmal das Familiengeschäft übernehme, und darum soll ich schon jetzt anfangen, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Aber ich habe mich ziemlich gelangweilt, Vater hat sich die ganze Zeit mit einem Mann gestritten, der ein Handtuch um den Kopf gewickelt hatte. Ich glaube der wollte ihm irgendwelche Edelsteine abkaufen, hatte aber nicht genug Geld dabei. Aber der Mann sprach nicht gut unsere Sprache, und ich habe kaum etwas verstanden, da bin ich ausgebüchst und habe mir den Marktplatz angeschaut.


    Neben einem Stand mit Schweinshaxen und Brathühnern habe ich einen anderen Jungen getroffen, der ungefähr in meinem Alter war. Ich hab' ihn angesprochen, und nach seinem Namen gefragt. Er hat gesagt, er heisst Elgun, und dass er hier auf dem Marktplatz lebt. Das fand ich sehr seltsam, und habe ihn gefragt, ob er denn kein Haus hat, mit einem Dach, und Fenstern, und einem Hausdiener darin, so wie wir. Er hat nur gelacht, und weil er sich scheinbar so gefreut hat, habe ich mit gelacht.
    Dann meinte er plötzlich, er hätte Hunger, hat sich eine von den Würsten auf dem Stand gegriffen, und ist einfach weggerannt. Ich hatte auch Hunger, also hab ich es ihm nachgemacht. Der dicke Fleischer hatte sowieso genug von den Würsten, ausserdem fand ich es lustig, wie er versucht hat, uns in der Menge zu verfolgen.
    Irgendwo in einer Seitenstraße habe ich Elgun dann wieder gefunden, wir waren beide total ausser Puste, und haben erstmal unsere Würste verdrückt. Aber als wir wieder raus auf den Marktplatz kamen, stand auf einmal Vater vor mir. Er war ganz rot im Gesicht, und hat mich angebrüllt, wo ich gewesen wäre, und was mir einfiele einfach weg zu laufen.
    Ich habe ihm gesagt, er soll sich keine Sorgen machen, ich hätte doch nur mit meinem neuen Freund gespielt. Als er dann aber Elgun gesehen hat, wurde er noch wütender. Naja, gut, Elgun hätte sich mal ein paar neue Schuhe kaufen können, aber Vater hätte nicht gleich so schreien sollen. Er hat gemeint, ich soll mir nicht einfallen lassen, je wieder mit so einem Lumpenpack zu spielen, und dass die unter unserem "Nivo" wären oder so .... ich verstehe das nicht, Elgun ist doch blos ein Junge so wie ich ....


    Einige Wochen später


    Ich habe heute Elgun wieder getroffen. Mutter hat mich zum einkaufen mit genommen, und da lief er uns einfach über den Weg. Ich habe mich wieder abgesetzt, und ein bisschen mit ihm gespielt. Einkaufen ist sowieso langweilig, und wir haben gespielt, wer dem Obsthändler am meisten Äpfel stibitzen kann, ohne erwischt zu werden. Aber Elgun ist viel besser darin, als ich. Er hatte 5, bevor er weglaufen musste, ich habe nur einen geschafft.
    Wir haben verabredet, dass ich mich ab jetzt einmal die Woche raus schleiche, und mit ihm spielen komme.


    Datum im Alter von ca 10 Jahren


    Gestern habe ich wieder mit Elgun gespielt. Ich habe zwar inzwischen verstanden, dass er arm ist, und Sachen stehlen muss, weil er sonst nichts zu essen hat, aber das ist in Ordnung. Ich mag Elgun. Ich würde es nicht gut finden, wenn er nichts zu essen hätte, und die ganzen dicken Händler könnten ihm ja auch ruhig mal etwas abgeben.
    Er hat mir sein Versteck gezeigt, wo er sich mit den anderen Straßenkindern trifft. Einige von denen waren schon älter, fast so alt wie die Gehilfen in Vaters Lager in der Stadt. Einer von den Jungen hatte sogar schon einen Bart. Wir haben mit Messern gespielt. Das hat Spaß gemacht, weil Mutter nicht dabei war. Mutter regt sich immer furchtbar auf, wenn mir beim essen mal das Messer abrutscht. Ich glaube sie hat Angst, ich könnte mich schneiden. Dabei bin ich doch schon ein großer Junge.
    Wir haben mit den Messern auf eine Zielscheibe geworfen, die auf eine Holzwand gemalt war. Die älteren Jungs waren richtig gut darin, aber Elgun und ich haben nur darum gespielt, wessen Messer öfter in der Wand stecken bleiben. Das ist nämlich ziemlich schwierig. Die anderen haben mich aber auch immer so komisch angeschaut. Vielleicht mögen sie mich nicht, weil ich mehr Geld habe, als sie .... komisch, wenn ich daran denke, dass Vater SIE nicht mag, weil sie WENIGER Geld haben .....


    Datum im Alter von ca 12 Jahren


    Gestern Abend haben die anderen Straßenjungs mich mitgenommen. Sie haben sich in eine Bäckerei geschlichen, und Brote geklaut, während der Bäcker auf einem Stuhl geschlafen hat. Ich durfte aber nicht mit rein, ich musste draussen warten und schmiere stehen.
    Aber als wir zurück im Versteck waren, habe ich was von dem Brot abbekommen, und alle haben mir auf die Schulter geklopft. Ich glaube sie haben sich inzwischen an mich gewöhnt.


    Datum im Alter von ca 14 Jahren


    Ich war mit den anderen Jungs auf dem Marktplatz.
    Wir haben Leute angerempelt und ihnen dabei die Geldbörsen abgeschnitten. Ich schätze, wenn Vater wüsste, was ich da tue, würde er mich aus dem Haus werfen oder so, aber mir ist das egal. Zu Hause ist alles so tot langweilig. Immer soll ich mit meiner kleinen Schwester Schach spielen, oder lernen, oder Bücher lesen, oder so. Ich muss jetzt auch Buchhaltung lernen, und Vater bringt mir bei, wie man Edelsteine schätzt, und mit Leuten verhandelt. Das ist soooo öde ... Nie lassen sie mich draussen spielen, dazu muss ich mich immer rausschleichen. Darin bin ich inzwischen ziemlich gut, und ich kann auch wirklich gut an unserer Hauswand rauf und runterklettern.
    Mit Elgun und den anderen ist es immer total aufregend. Ich weiss natürlich, dass das gegen das Gesetzt ist und so ... aber diese ganzen reichen Leute auf den Straßen haben doch sowieso genug, und ich behalte auch nichts, ich gebe alles Elgun, was ich stibitze, schliesslich bekomme ich zu Hause zu essen.


    Datum im Alter von 16 Jahren


    Wir sind gestern Nacht in einen Laden eingebrochen. Corvar (der älteste in unserer Bande) hat mir gezeigt, wie man Schlösser mit Dietrichen aufmacht, und wir haben in dem Krämerladen alles mitgehen lassen, was wertvoll erschien. Das hat wahnsinnigen Spaß gemacht, dieser Nervenkitzel war toll, die Angst, erwischt zu werden, macht es einfach viel besser, wenn man hinterher wieder rauskommt, und die Beute wegschafft. Ich glaube, ich will wirklich ein Dieb werden. In alle großen Häuser von Gareth würde ich einbrechen, und den hübschen Mädchen im Schlaf einen Kuss zuwerfen, bevor ich mit ihrem Schmuck aus dem Fenster verschwinde. Ja, das würde mir gefallen .... dieses langweilige Händlerleben ist einfach nichts für mich.


    Datum im Alter von 18 Jahren


    Ich hasse Vater ! Ich hasse ihn !
    Heute, als ich gegangen bin, um mich mit Elgun und den anderen zu treffen, hat er mir Söldner hinterhergeschickt. Als ich beim Versteck ankam, haben sie mich gepackt, und haben die anderen Diebe angegriffen. Ein paar sind glaube ich entkommen, aber ich habe deutlich gesehen, wie Corvar einen Knüppel auf den Kopf bekam, der ziemlich schwer aussah, und einer von ihnen hat Elgun sein Schwert in den Leib gestoßen. Ich kann es nicht glauben. Vater hat meine einzigen Freunde umbringen lassen, nur weil sie Diebe sind, und nicht so reich wie wir. Das werde ich ihm nie verzeihen. Als die Söldner mich heim gebracht hatten, wurde er natürlich unglaublich wütend, meinte, er würde mich enterben, sein einziger Sohn, wie ich mich nur mit Dieben rumtreiben könne, wahrscheinlich wäre ich ja längst selbst einer von ihnen. Und dann hat er mir noch gesagt, dass ich das Haus nicht mehr verlassen dürfe, solange, bis ich eingesehen habe, was ich verbrochen hätte, und bis ich ein ehrlicher Händler werden wolle.
    Ich denke ja gar nicht daran. Ich habe immer noch Corvars Dietriche. Mein eigenes Kletterseil habe ich sowieso, und mein Dolch steckt sicher im Stiefel. Ich werde, wenn alle schlafen, aus Vaters Kasse mitnehmen, was ich kann, und dann verschwinde ich von hier. Ich werde ein großartiger Dieb werden, wie ich es schon immer wollte. Überall in Gareth soll man meinen Namen kennen, die reichen Männer sollen mich fürchten, weil sie um ihr Geld bangen, und die schönen Frauen sollen vor Glück reihenweise in Ohnmacht fallen, wenn sie von mir hören. Oh ja, ich werde es Vater zeigen. Es tut mir leid um Mutter .... und um Alina, meine kleine Schwester. Sie hat mich so lieb ... aber ich kann nicht in einem Haus bleiben mit dem Mann, der meinen besten Freund hat töten lassen ... ich muss fort von hier ... am besten fort aus Gareth ..... ich verschwinde noch heute Nacht.

    'There are no Atheists in Foxholes' isn't an argument against atheism, it's an argument against Foxholes.

    James Morrow

  • 18. Rondra, Tag 14 nach meiner Abreise aus Gareth


    Mein Reisegefährte Henrik und ich näherten uns heute der Ortschaft Honningen. Die Reise verlief alles in allem recht ereignislos, bis auf die üblichen Begegnungen mit fahrenden Händlern, die man um Gareth herum jederzeit antreffen kann. Als wir am frühen Abend die Aussenbezirke des kleinen Ortes passierten, waren wir schon beide sehr hungrig, und kehrten in ein kleines Gasthaus namens "zum roten Einhorn" ein. Es befanden sich keine anderen Gäste in der Schankstube, erst, als der Wirt uns schon ein Abendessen gebracht hatte, betraten ein ziemlich verschmutzt aussehender Zwerg, und ein fast noch ungewaschenerer Thorwaler die Taverne. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie man so herumlaufen kann, mit verfilztem Haar und so ... mit einem solchen Erscheinungsbild stößt man schliesslich höchstens bei einer Kurtisane auf Gegenliebe.... Jedenfalls übernachteten diese beiden genau wie Henrik und ich im roten Einhorn, nur dass meine Reisekasse kein Geld mehr für ein Einzelzimmer hergab, und ich darum mit den beiden seltsamen Gestalten im großen Schlafsaal bleiben musste. Da das "Bett" etwas unsauber aussah, bereitete ich zuerst meine eigenen Decken darüber, dann jedoch schlief ich recht schnell ein - natürlich immer mit einer Hand auf meinem spärlich gefüllten Geldbeutel.
    Mitten in der Nacht erwachte ich durch lautes Gebrüll aus der anderen Zimmerecke. Irgendetwas von "anrempeln" und "pass gefälligst auf du verdammter ******* " ...
    Als ich mir den Schlaf aus den Augen gerieben hatte, erkannte ich, dass der Zwerg gerufen hatte. Als Erklärung für den Tumult bekam ich nur von dem Thorwaler zu hören, er habe sowas wie ein Wimmern gehört, von weiter oben, aber keine Treppe oder so etwas finden können. Daraufhin entzündete ich eine meiner Fackeln (vielleicht etwas übertrieben, aber etwas anderes hatten wir nicht), und so fand sich auf dem Gang schnell eine Luke in der Decke. Mit etwas Kletterhilfe von dem kräftigen Thorwaler gelangte ich nach oben und öffnete die Luke, woraufhin ich eine Leiter nach unten ziehen konnte. Von dem Krach wurde auch Henrik wach und kam aus seinem Zimmer. Wir stiegen hinauf, und was wir da sahen, verschlug mir ziemlich die Sprache. In einem großen Ohrensessel an einer der Wände saß ein Mann. Das Seltsame daran war aber, dass dieser Mann ein bläuliches Licht erzeugte, und wir konnten DURCH IHN HINDURCH die Rückenlehne des Sessels sehen. Ich konnte kaum fassen, dass ich tatsächlich einem echten Gespenst gegenüberstand. Ich war viel zu überrascht um Angst zu haben, und als der Geist uns ansprach, und uns bat, einen Schatz zu finden, den er vor Jahren einem Priester gestohlen und diesen dann ermordet hatte, um den Fluch zu lösen, der auf ihm lag, hatte ich nichts besseres zu tun, als einzuwilligen, woraufhin er uns den Weg beschrieb, und einfach so verschwand. Verwundert stiegen wir die Leiter wieder hinunter, und beschlossen uns schlafen zu legen, um am nächsten Morgen früh aufzubrechen.

    'There are no Atheists in Foxholes' isn't an argument against atheism, it's an argument against Foxholes.

    James Morrow

  • 19. Rondra - Tag 15 nach meiner Abreise aus Gareth


    Henrik und ich sind heute früh aufgestanden, um mit Gutwald (dem Thorwaler) und Boindil (dem Zwerg, seltsam, sein Name kommt mir so vertraut vor) zusammen auf die Suche nach dem Schatz des Priesters zu gehen. Henrik scheint ein sehr gutes Gedächtnis zu haben, jedenfalls wusste er noch ganz genau, wohin wir uns wenden mussten, und so trafen wir nach einer etwa 4 stündigen Wanderung (Boindil hatte unterwegs unbedingt auf einer Pause bestanden) in einem kleinen Tal ein, in dem sich ein kleiner Bachlauf an einem verfallenen Bauernhof vorbeischlängelte.
    Während Gutwald dort seine Feldflasche füllte, und ich einem natürlichen Bedürfnis nachging, schienen Henrik und Boindil etwas gesehen zu haben. Jedenfalls stürmte der Zwerg wie ein Berserker in Richtung der Bauernhofes los, einen Schlachtruf brüllend, den ich nicht wirklich verstand. Henrik folgte ihm in schnellem Schritt. Ich war nun auch neugierig geworden, und Gutwald und ich liefen auch in Richtung des alten Gemäuers. Dort angekommen hörten wir lautes Getose aus dem Keller, und aus genau diesem Grund beschloss ICH mir lieber das Obergeschoss anzuschauen, wohin Gutwald mir folgte. Leider gab es da oben nur einer unglaublich dicke Staubschicht und etwas Gerümpel. Also stießen wir zu unseren Kameraden im Keller, um festzustellen, dass Boindil unterdessen einen Ork erschlagen hatte, der hier gehaust hatte. Wir durchsuchten eine Weile den Keller, und schliesslich entdeckte ich in der Mauer einen Stein, der mit einem X markiert war. Mittels meines Dolches hebelte ich den lockeren Ziegel aus der Mauer, und fand dahinter 3 Beutel. Einen kleinen aus Leder ließ ich schnell unbemerkt unter meinem Mantel verschwinden - man muss ja in Übung bleiben, den mittelgroßen Lederbeutel, und den großen Fischhautsack zeigte ich meinen Gefährten.
    Wir gingen nach oben und teilten die vom Geist versprochene Belohnung - den Inhalt des Lederbeutels - unter uns auf. Ich bekam einen silbernen Ring mit einem grünen Jadestein, sowie 3 Silbertaler. Weitere 3 Ringe und 9 Taler teilten meine Gefährten auf, einen Taler und einen Ring wollten wir im nächsten Tempel spenden, um das Wohlwollen der Zwölf zu erwecken.
    Nachdem wir im restlichen Gebäude nichts von Interesse entdeckt hatten, setzten wir unseren Weg fort, um das Grab des Priesters zu finden.
    Nach einer Weile stießen wir auf dem vom Geist beschriebenen Weg auf einen Wasserfall, den es zu erklimmen galt. Da kein Weg vorhanden war, holte ich mein Kletterseil mit dem Haken daran hervor, und schleuderte es hinauf, wo es sich sogleich hinter einem Stein verhakte. Henrik, Gutwald und ich stiegen schnell hinauf, Boindil jedoch schien etwas Probleme mit Höhen zu haben. Jedenfalls fiel er 2 Mal auf halber Höhe wieder hinunter, woraufhin wir ihm geboten, sich das Seil umzubinden, damit wir ihn hochziehen konnten. Er war zwar unerwartet schwer, sodass wir einmal kurz abrutschten, letztendlich konnten wir ihn aber mit vereinter Kraft nach oben befördern.
    Auf unserem weiteren Weg ereigneten sich viele seltsame Dinge. Henrik stolperte mehrfach über Wurzeln, die hinterher nicht mehr zu finden waren. Auf halbem Weg hörten wir Hundegebell und eine schreiende Frauenstimme aus dem Wald, und folgtem den Lauten eine ganze Weile lang, mussten jedoch schliesslich aufgeben - die Geräusche entfernten sich zu schnell von uns. Zurück auf dem Pfad, den man uns gewiesen hatte, achteten wir nun ganz genau auf den Boden, um auch ja über nichts mehr zu stolpern - irgendwie waren diese Gebüsche uns suspekt - doch plötzlich wurden wir unvermittelt von oben mit Tannenzapfen bombardiert, als säßen Goblins oder ähnliche Wesen im Baum - wir konnten aber nichts dergleichen entdecken.
    Einige Zeit später tauchte vor uns plötzlich ein großer Hirsch auf, auf dessen Rücken ein sehr seltsames Wesen ritt. Ein Knorriger Körper mit Fingern die mehr an Wurzeln denn an Gliedmaßen erinnerten wurde auf dem Haupt von etwas bedeckt, das weniger Haar als vielmehr Moos zu sein schien. Das Wesen fragte uns, was wir in seinem "Reich" wollten, und bedeutete uns, wieder zu gehen. Nach etwas Überredungsarbeit liess es sich jedoch überzeugen, uns zu gestatten, bis zum Felsgrab vorzudringen, und dem Priester die letzte Ehre zu erweisen.
    Nach einem kleinen Umweg - Henrik hatte sich etwas im Wald verlaufen, fanden wir auch den umgestürzten Baum und das Steingrab, und sprachen ein Gebet darüber, um der Seele des Geweihten Frieden zu geben. Nach getaner Arbeit konnten wir uns nun auf den Weg machen, den zweiten Teil der Aufgabe zu erfüllen .....



    [Fortsetzung folgt in 2 Wochen ;) ]

    'There are no Atheists in Foxholes' isn't an argument against atheism, it's an argument against Foxholes.

    James Morrow

  • Kurz nachdem wir zu viert den Rückweg angetreten hatten, näherte sich uns der Wurzelkobold (soviel war uns inzwischen klar), in dessen Reich wir uns offenbar befanden. Er (oder sie ?? ) warnte uns vor einer großen Horde Orks, die unseren Spuren zu diesem Ort zu folgen schienen. Da abgesehen von Boindil (der mir mittlerweile ein bisschen cholerisch vorkommt) niemand gesteigerten Wert auf einen Kampf mit den Bestien legte, baten wir den Kobold, sie mit seiner Waldmagie ein wenig zu bremsen, und machten uns selbst auf den Weg den Abhang hinunter in Richtung Süden, bis wir einen kleinen Bach erreichten.
    Ich selbst konnte mich schon längst nicht mehr wirklich orientieren, dieses ganze grün und all diese "Natur", wie Gutwald es nennt, verursachen mir Kopfschmerzen. Warum kann das hier nicht alles sein, wie zu Hause in der Stadt ? Geordnet in rechten Winkeln, mit Straßen und Kreuzungen, an denen man sich orientiert ? Daran muss derjenige unter den Zwölf, der diesen Wald dort wachsen ließ, doch gedacht haben .......
    Aber Gutwald und die anderen waren sich sehr sicher, dass wir genau richtig waren, und so folgten wir dem Bachlauf ein Stück in Richtung Westen, bis es zu dunkel war, um noch weiterzugehen, weshalb wir ein kleines Lager aufschlugen. Gutwald machte sich mit seinen großen Fähigkeiten zum Überleben in der Wildnis auf die Suche nach dem besten Schlafplatz.... aber warum er ausgerechnet genau in diesem Ameisenhaufen schlafen wollte, hat er mir bisher nicht erklärt ...... seltsam diese Thorwaler.


    20. Rondra - Tag 16 nach meiner Abreise aus Gareth


    Heute Morgen setzten wir den Weg fort, bis wir ein kleines Tal erreichen, durch das sich eine Straße schlängelte. An dieser Straße fanden wir einen Wegweiser zu der Ortschaft Bredenhag, und da wir nicht genau wussten, wo wir uns befanden, und wo wir hin wollten, konnten wir ebensogut diesem Schild folgen.
    Irgendwie waren uns die Zwölf heute nicht gewogen, denn gegen Nachmittag brach heftiger Regen über uns herrein, und noch immer war kein Dorf in Sicht. Nachdem wir etwa eine Stunde durch das Unwetter gewatet waren, kam ein gehetzt wirkender Mann zwischen den Bäumen hervor. Er stellte sich uns als Janduin Uilut aus dem Dorf Ferngard vor, und behauptete, von einer schrecklichen Bestie verfolgt zu werden, die seinen Begleiter Baras bereits gefressen habe, mit dem zusammen er unterwegs gewesen sei, um Hilfe gegen dieses Wesen zu holen, das sein Dorf wohl schon länger terrorisierte. Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen, was so schrecklich sein sollte, dass ein ganzes Dorf voller Bauern, vielleicht mit einem Grundbesitzer, der über einige Bewaffnete gebot, sich der Gefahr nicht erwehren konnte, aber trotzdem boten wir unsere Hilfe an, schon allein, damit Janduin uns den Weg ins Trockene wies.
    Nach einer weiteren Stunde auf der Straße zweigte ein Pfad nach westen ab, dem wir wiederum etwa 4 Stunden folgten, bis wir an einem Felsvorsprung vorbeikamen, auf dem eine tote Ziege lag. Das erschien uns seltsam, da die Kampfspuren an ihr zu keinem uns bekannten Raubtier passten. Nichtsdestotrotz mussten wir weiter, denn es wurde bereits dunkel, und ich musste eine meiner Fackeln entzünden. Da hörten wir etwas abseits des Weges einen lauten Schrei und Kratzgeräusche, deren Quelle wir natürlich herauszufinden versuchen wollten. Wir folgten dem Lärm im Laufschritt, bis wir eine Frau entdeckten, die in der Nacht vor einer riesenhaften Bestie floh, deren Gestalt wir nicht sicher erkennen konnten.
    Gutwald zog als erster die Waffen, und stürmte den Abhang herunter. Als wir ihm folgten, konnten wir anderen gerade noch erkennen, wie er einen einzelnen Treffer landete, der das Wesen offenbar in die Flucht schlug. Als wir aber zurück zum Pfad gingen, fanden wir dort den toten Janduin, der, während des Kampfes im Hintergrund geblieben, von der flüchtenden Bestie erschlagen worden war.
    Ohne unseren Führer und (zumindest in meinem Fall) mit tiefen Gewissensbissen folgten wir also weiter dem schmalen Pfad, bis wir nach etwa 30 Minuten ein großes Holztor in einem Palisadenzaun erreichten. Da wir auch durch rufen und klopfen keinen Wächter aufzuschrecken schienen, kletterte ich kurzerhand über die Palisade und öffnete von innen den Riegel. Wir erkundeten nun also das Dorf (offenbar war es Ferngard) und fanden einen großen Marktplatz und eine (scheinbar komplett leerstehende) Taverne. In keinem Haus schien es Bewohner zu geben, und so verschafften wir uns Zugang zu dem Gasthaus, bereiteten uns ein Abendessen zu, trockneten unsere Kleider und übernachteten dort.

    'There are no Atheists in Foxholes' isn't an argument against atheism, it's an argument against Foxholes.

    James Morrow